Mit Stil zum Studienerfolg

Wer kennt es nicht? Man sitzt vor einer Fachbibel und schlägt sich durch das spezifische Chargon. Zeile um Zeile… will man dann mal rekapitulieren, was man sich da eigentlich einverleiben möchte, kommt es zur nüchternen Bilanz.

Dies geschieht den besten Studenten. Das Naheliegendste wird dann wohl eine kleine Pause sein, aber es gibt Mittel und Wege, wie man effizientes Lernen fördern kann. Auch wenn wir das Rad hier nicht neu erfinden werden, so hilft es sich die folgenden, bewährten Tipps einmal zu testen. Und wer effizient lernt gönnt sich auch mal eine kleine Pause vom Lernstoff und dann klappt es vielleicht auch wieder mit der nächsten Zeile!

  1. Zeitmanagement:
  2. Lernen:
  3. Abwechslung:
  4. Ziele/Karriereplanung:



Zeitmanagement:

1. Oops… die Prüfung ist bereits morgen?!?
Hier gilt es einerseits die ganze Prüfungsvorbereitungszeit zu überblicken und Planen. Diese Zeit wird als ein Projekt betrachtet und soll mit der 6-Schritt Methode (Informieren, Planen, Entscheiden, Realisieren/Ausführen, Kontrollieren/Prüfen und Auswerten) gelöst werden. Die Bezeichnung 6-Schritte-Methode erzeugt den Eindruck, dass es sich dabei um genau abgegrenzte Bearbeitungsschritte handelt, welche nacheinander in Angriff genommen werden. Dies kann bei gewissen Aufgaben durchaus so sein. Häufig ist jedoch, dass sich die einzelnen Schritte nicht scharf abgrenzen lassen und genau genommen eher Bearbeitungsphasen darstellen, welche sich zeitlich durchaus überlappen können. Wie sie in der Grafik erkennen, ist es möglich, dass z.B. das Planen schon beginnt, wenn die Informationsphase noch nicht ganz abgeschlossen ist.
 
6-Schritt-Methode:
 
1. Informieren
Beim ersten Schritt geht es darum, die gestellte Aufgabe zu verstehen, zu erfassen, worum es geht und sich ein Bild vom Ziel zu machen. Besondere Bedeutung kommt der systematischen Informationsbeschaffung zu.
 
2. Planen
Beim Planen geht es um die Wege zum Ziel. Dazu braucht es Vorstellungskraft, um die Abläufe zu ordnen. Im Arbeitsplan sind die Hilfsmittel und Werkzeuge festzulegen, ist der Zeitbedarf zu schätzen und bei Arbeiten im Team die Arbeitsverteilung festzulegen sowie die Prüfkriterien und Bewertungsmassstäbe für die Kontrolle vorzusehen.
 
3. Entscheiden
Sind Information und Planung optimal erfolgt, fällt das Entscheiden in der Regel nicht mehr schwer. Werden Entscheide hinausgezögert, kostet das oft sehr viel Zeit und schlimmstenfalls gibt es nichts mehr zu entscheiden, weil dann Sachzwänge vorliegen. Im Team oder in der Kleingruppe sollten Entscheide wenn immer möglich im Konsensverfahren herbeigeführt werden.
 
4. Realisieren und Ausführen
Das Realisieren oder Ausführen kann, wie bei Fertigungsaufgaben üblich, den zeitlichen Hauptteil einer Aufgabe umfassen oder z.B. beim Durchführen einer Veranstaltung nur einen kleineren Teil beanspruchen. Der in der Planungsphase erstellte Arbeitsplan ist in der Regel einzuhalten und sollte nicht leichtfertig geändert werden.
 
5. Kontrollieren oder Prüfen
Jede ausgeführte Arbeit ist zu kontrollieren, bevor sie aus den Händen gegeben wird. Kontrollieren heisst, z.B. nochmals durchlesen, nachrechnen, mit Vorgaben vergleichen, messen, schätzen usw. Gute Resultate bringt eine Kontrolle, wenn diese nicht auf dieselbe Art oder durch dieselbe Person erfolgt, wie die Ausführung.
 
6. Auswerten
Beim Auswerten denken wir, eventuell zusammen mit dem Auftraggeber, über die ausgeführte Aufgabe nach. Zu diesem Zweck lässt man den ganzen Ablauf nochmals Revue passieren, vergegenwärtigt sich, was gut, was weniger gut gelaufen ist und was beim nächsten Mal verbessert werden könnte.
 
 
2. Planen und Umsetzen!
Erstelle einen ‚Projektplan’, in welchem deine Aufgaben klar messbar abgebildet und eingeplant werden können. Mache Checkpunkte, anhand derer du deinen aktuellen Stand messen kannst, damit du stets weißt, wo du stehst.
 
Worauf beim Führen der Agenda zu achten ist?

  • Schreibe Termine und Aufgabe laufend in die dafür vorgesehene Rubrik. Solltest du das entsprechende Blatt noch nicht vorbereitet haben, notiere dir die Termine im Jahresdispographen und die Aufgaben auf die Pendenzenliste.
  • Plane am Vorabend den kommenden Tag, respektive am Wochenende die kommende Woche.
  • Gebe dir für jede Aufgabe eine Zeitvorgabe, das heisst, schätze ab, wie viel Zeit du für die entsprechende Aktivität benötigst.
  • Plane 30-50% Reservezeit ein.
  • Bilde Arbeitsblöcke, z.B. Telefonate, Arbeit am Computer etc.
  • Wenn ein Termin oder eine Aufgabe erledigt ist, streiche den Eintrag durch. Übertrage unerledigte Einträge auf den kommenden Tag oder auf später.

Beachte deine Tagesleistungskurve. Die meisten Menschen haben Ihre besten Zeiten am Vormittag, am späteren Nachmittag und am frühen Abend. Weniger anspruchsvolle Routinearbeiten solltest du nicht auf diese Zeiten legen.
 
Die Pendenzenliste:
Trage in der Pendenzenliste diejenigen Aktivitäten ein, die du noch nicht terminieren kannst oder willst (terminieren heisst eintragen auf die Tagesblätter). Für die Pendenzenliste kannst du dir selbst ein Formular kreieren. Es sollte mindestens folgende Rubriken enthalte: ‚Was’, ‚Bis wann’ und ‚Priorität’. Erledigte Pendenzen sind, wie schon bei den Tagesblättern, durchzustreichen.
 
Ideenspeicher
Halte laufend deine Ideen und Einfälle fest. Du brauchst dafür kein Formular. Blanke, linierte oder karierte Einlageblätter genügen vollauf.
 
Pläne, Projekte, Ziele
Nimm dir periodisch Zeit, um dir Gedanken über deine Zukunft zu machen. Deine Ziele und die sich daraus ergebenden Projekte und Pläne kannst du dir in dieser Rubrik ablegen.

  • Berufs- oder betriebsbezogene Abläufe, zb. Vorgehen bei einem Feueralarm usw.
  • Packlisten für Skiweekend, Badeferien usw.

3. Wichtiges und Dringliches
Was ist wichtig?
Diese Frage kann nur beantwortet werden, wenn das oder die Ziele bekannt sind. Mitarbeiter eines Betriebes erhalten die Aufgaben von ihrem Vorgesetzten mitgeteilt oder haben ein Pflichtenheft zu erfüllen. Für den privaten Bereich, die beruflichen und persönliche Entwicklung hingegen ist jede und jeder selbst verantwortlich. Vielleicht helfen Ihnen folgende Fragen weiter:

  • Die Erfüllung welcher Aufgaben bringt mich meinem Hauptziel am nächsten?
  • Durch die Erfüllung welcher Aufgabe erziele ich den grössten Nutzen?
  • Durch die Nichterfüllung welcher Aufgabe entstehen die negativsten Folgen?
  • Durch die Erfüllung welcher Aufgabe kann ich gleich mehrere andere erledigen?

Bevor sie eine Aufgabe in Angriff nehmen, sollten Sie sich die nachstehenden Fragen stellen und entsprechend handeln:
1. Muss es getan werden?       Wenn nicht: ==> vergessen
2. Muss ich es tun?                  Wenn nicht: ==> delegieren
3. Muss ich es jetzt tun?          Wenn nicht: ==> terminieren
4. Muss ich es so tun, gibt’s nicht eine weniger aufwendige Lösung?         
                                                Wenn nicht: ==> vereinfachen
Die klingt reichlich sarkastisch, nicht wahr, aber ein Körnchen Weisheit steckt doch drin.
 
Wichtiges und Dringliches:
Bei der Abklärung der Priorität einer Aufgabe muss oft entschieden werden, ob die wichtigere oder die dringlichere Aufgabe zuerst zu erledigen sei. Wichtig und dringlich ist nicht dasselbe, im Gegenteil. Dringliche Aufgaben sind nicht automatisch wichtig, wichtige Aufgaben hingegen nicht unbedingt dringlich. Wenn man sich immer für die dringlichen entscheidet, was leider häufig vorkommt, bleiben die wichtigen unerledigt.



Lernen
 
1. Mut zur Lücke
Der italienische Volkswirtschafter Vilfredo Pareto, 1848-1923, hatte festgestellt, dass 80% des Volksvermögens 20% der Bevölkerung gehört, dass die 20% meistverkauften Produkte 80% der Umsätze einer Firma ausmachten, das 80% des Ausschusses auf die 20% häufigsten Fehler zurückzuführen sind usw. Daraus lässt sich allgemein das Gesetz formulieren: Mit den ersten 20% Aufwand (Input, z.B. Zeit) erzielt man 80% des Ergebnisses (Output). Für die Arbeits- und Lerntechnik kann man draus den wichtigen Grundsatz ableiten: Nimm die lebenswichtigen Probleme oder Aufgaben vor den nebensächlichen in Angriff und nicht umgekehrt, oder wie der österreichisch-amerikanische Management-Guru Peter F. Drucker sinngemäss sagt:
 
Es ist wichtiger, die richtigen Dinge zu tun, als die Dinge richtig tun.
 
Die Erkenntnisse des Vilfredo Pareto lassen sich nicht nur auf Unternehmungen, sondern auch auf Einzelpersonen übertragen. Beim Unternehmen ist die Zielsetzung klar, im persönlichen und beruflichen Bereich muss man sich zuerst über die Ziele klar werden. Wenn das geschehen ist, kann der Pareto zur Anwendung kommen.
Ein Beispiel: Ein Sportler hat den Zehnkampf auf seine Fahnen geschrieben. Er möchte nun die Qualifikation für die Olympischen Spiele erreichen. Er ist bereits und in der Lage, jeden Tag 4 Stunden zu trainieren. Zusammen mit seinem Trainer und dem Reglement für den Zehnkampf analysiert er, in welchen Disziplinen sich ein intensiveres Training am besten auszahlt und in welchen vermehrte Anstrengungen wenig bringen. Vielleicht kommen die beiden aber auch zum Schluss, dass der Zehnkämpfer sein Ziel, die Olympiaqualifikation, eher erreicht, wenn er sich auf ein e Disziplin, z.B. den 1500-Meter-Lauf konzentriert. Ähnlich sehen die Verhältnisse bei der Vorbereitung auf eine Prüfung aus.
 
2. Auswendig lernen
Unser Gedächtnis besitzt die Fähigkeit, Erlerntes zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt die Informationen wieder abrufen zu können. Damit das mit dem Abrufen klappt, muss Erlerntes richtig gespeichert werden, Das heisst, es muss im so genannten Langzeitgedächtnis verankert werden, damit es auch nach Tagen oder Jahren noch verfügbar ist.
Wie wird nun Information im Langzeitgedächtnis verankert? Das Hirn nimmt zuerst erfasste Informationen detailreich in das so genannte Kurzzeitgedächtnis auf. Anschliessend werden die wesentlichen Inhalte und starken Eindrücke in das Langzeitgedächtnis überführt. Die im Langzeitgedächtnis abgelegten Informationen schwächen sich mit der Zeit ab und werden von neuen Inhalten überdeckt, so dass der Zugriff darauf erschwert wird. Damit Information im Langzeitgedächtnis richtig verankert wird und später auch wieder abrufbar ist, braucht es somit drei Voraussetzungen:

  • Information muss als wesentlich empfunden werden. Je eindrücklicher Information aufgenommen wird – je grösser z.B. der Aha-Effekt ist. Umso direkter wird sie ins Langzeitgedächtnis abgelegt.
  • Information muss in wohldosierter Menge aufgenommen werden. Bei zu grosser Informationsmenge wird Vorhandenes überdeckt und damit der Zugriff darauf erschwert.
  • Information muss mehrmals wieder bewusst gemacht werden, um der Abschwächung entgegenzuwirken. Dies geschieht durch das Repetieren.

Die Grafik zeigt, wie aufgenommene Information im Laufe der Zeit abnimmt und wie sich rechzeitiges Repetieren auswirkt.
Die Geschwindigkeit der Abnahme ist nicht für alles Wissen gleich. Kurve 1 zeigt den Verlauf für Wissen, welches mit starken Eindrücken und positiven Gefühlen verbunden ist. Kurve 3 gilt für schwache Eindrücke. Allen Kurven gemeinsam ist, dass ohne Repetition nach einigen Tagen die verbleibende Wissensmenge auf ca. 20% absinkt. Dieses Absinken kann durch rechtzeitiges Repetieren verhindert werden. Je länger du mit dem Repetieren zuwartest, desto grösser ist der Aufwand, um die ursprüngliche Wissensmenge wieder zu erreichen. Eine erste Repetition sollte deshalb je nach Art der Information bereits nach ungefähr einer halben Stunde, spätestens jedoch nach einem Tag erfolgen. Da nach Repetitionen das Absinken der Erinnerungskurve flacher wird, kann die Dauer bis zur nächsten Repetition nach jedem Mal grösser werden. 
 
3. Brauche doch den ganzen Kopf…
Mind Map ist eine Technik oder ein System zur Denkorganisation, wobei das Lernen, Speichern von komplexen Inhalten und Gedanken auf geringstem Papierraum und mit höchstem Erinnerungswert ermöglicht ist. Bewertet wird hierbei die Erkenntnis, dass Denkabläufe oder Analysen allzu oft nur mit der linken Hirnhälfte durchgeführt werden.
Herkömmliche Notizen oder Diagramme nutzen nur die linke Gehirnhälfte. Diese Hälfte des Gehirns ist (bei den meisten Menschen) für analytisches Denken zuständig. Hier werden Sprache, Logik und Zahlen, geordnete und lineare Dinge verarbeitet.
Die rechte Gehirnhälfte beinhaltet (bei den meisten Menschen) das bildliche Vorstellungsvermögen. Hier werden Formen, Farben, Muster und Rhythmen verarbeitet. Eine Mind Map nutzt diese Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte zusätzlich zur linken Gehirnhälfte. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit des Gehirns bestmöglich ausgeschöpft.
Gegenüber herkömmlichen Notizen haben Mind Map’s noch weitere Vorteile: Sie sind zum einen weitaus flexibler, z.B. kann man jederzeit etwas an- oder einfügen. Ausserdem regt ein Mind Map die Kreativität an, denn das Gehirn strebt stets danach, Bilder zu vervollständigen.
Das prinzipielle Vorgehen beim Mind Mapping sieht folgendermassen aus:
1. Das zentrale Thema wird in der Mitte eines leeren Blattes aufgeschrieben. Da es sich um den wichtigsten Teil der Mind Map handelt, sollte man gross schreiben und ausserdem verschiedene Farben verwenden. Auch ein buntes Bild ist gut geeignet. Um genügend Platz zu haben, sollte man ein grosses Blatt (DIN A3, z.B. ein Zeichenblock) im Querformat verwenden.
2. Nun kann man Schlüsselworte sammeln, die zum Hauptthema gehören. Sie werden um das Hauptthema herum angeordnet und durch Äste mit dem Hauptthema verbunden. Die Reihenfolge ist dabei völlig egal. Auch hier kann und soll mit Farben und Bildern gearbeitet werden.
3. Die um das Hauptthema herum angeordneten Schlüsselwörter können nun Ausgangspunkte für weitere Äste sein, und so weiter. Den Gestaltungsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Die wenigen Regeln beim Mind Mapping lassen genügend Freiheit, und manchmal ist es auch sinnvoll, die Regeln einfach nicht zu beachten.




Abwechslung
 
1. Schlaf drüber!
Der menschliche Körper ist nicht für Dauerbetrieb ausgelegt. Auch und besonders das Gehirn kann nicht ständig Höchstleistungen erbringen. Körper und Gehirn sind natürlichen Rhythmen von Arbeit und Erholung unterworfen. Der bekannteste dieser Rhythmen ist der Schlaf-Wach-Rhythmus, der dich veranlasst abends zu Bett zu gehen, um bis zum nächsten Morgen zu schlafen. Das Bedürfnis nach dieser Pause teilt dir der Körper zum Beispiel durch Müdigkeit und Gähnen mit. Aber du weisst auch selbst, dass du regelmäßig schlafen musst - denn sonst geraten Körper und Geist schnell aus dem Gleichgewicht. Der Nachtschlaf ist eine Pause, die sich niemand auf die Dauer entgehen lassen würde. Die meisten von uns kennen die Folgen von durchwachten Nächten oder Schichtarbeit. Früher oder später rebelliert der Körper. Er reagiert mit Kopfschmerzen, Nervosität oder Konzentrationsschwächen.
Speziell vor einer Prüfung zu schlafen bringt mehr als die Nacht durchzubüffeln. Während wir schlafen, ist unser Gehirn sehr aktiv, allerdings anders als im Wachzustand. Die Neuronenverbände, die Gruppen von Nervenzellen im Gehirn, agieren harmonischer und synchroner, als wenn wir wach sind. Und mit jedem neuen Lerninhalt, der über unser Sinnes-System aufgenommen wird, entsteht im Gehirn eine neue neuronale Spur, die sich entweder verfestigt und zu Erinnerung wird oder wieder vergeht. So zeigen etwa Untersuchungen mit  der Magnetresonanztomographie (MRI), dass sich im Schlaf die Aktivität von Hirnregionen stark verändert. Im Schlaf werden die Informationen, die vorläufig im Kurzeitgedächtnis gespeichert wurden, zum Neo-Kortex der Hirnrinde, dem Sitz des Langzeitgedächtnisses, übermittelt. Es scheint, dass man während des Schlafs Erinnerungen in jene Hirnregionen verschiebt, die sich für die Lagerung besser eignen. Prüfungsaufgaben können so nach dem Aufwachen schneller, genauer und mit weniger Stress und Angst gelöst werden. Da die Neuronengruppen nicht gleichzeitig Neues aufnehmen und Altes verarbeiten können, muss der Mensch schlafen.
 
2. Mach Mal Pause!
Neben dem Schlaf, der wichtigsten Erholungsphase, benötigt jeder Mensch Pausen. Der menschliche Körper ist nicht auf Dauerbelastung angelegt. Nach ca. 90-120 Minuten Arbeit benötigen die meisten Menschen eine Pause, um sich zu regenerieren.
Diese Zeitspanne variiert von Mensch zu Mensch. Um sich zu regenerieren, nutzt der Körper natürliche Rhythmen. Wichtig ist es, seinen eigenen Körper genau zu beobachten, um dessen Erholungsbedürfnis nicht zu übersehen. Übergehen wir die Signale nach Ruhe und Regeneration, wird das Gleichgewicht des Körpers gestört und es kommt zu Stresserscheinungen.
Folgende Signale geben Hinweise auf ein Bedürfnis nach Pause:

  • Gähnen
  • Bedürfnis, sich zu recken
  • Drang auf die Toilette zu gehen
  • Hungergefühle und Durst
  • Abschweifende Gedanken

Die individuellen Signale deines Körpers geben dir genaue Hinweise, welches die für dich geeignete Form der Entspannung ist. Dies kann ein Spaziergang sein, frische Luft tanken, etwas essen oder trinken, Körper- oder Entspannungsübungen. Denkbar ist es auch, sich einfach ein paar Minuten treiben zu lassen. Nicht vernachlässigen solltest du, dass nicht nur der Körper der Ruhe bedarf, sondern auch der Geist muss sich nach konzentrieren Arbeitsphasen erholen. Versuche daher, dich nicht zu sehr ablenken zu lassen, damit auch der Geist ein wenig Ruhe finden kann.
 
3. Der Magen lernt mit
Für eine optimale Funktion des Gehirns muss natürlich die Ernährung stimmen. Gerade als Student ist es wichtig, den Körper gleichmässig über den Tag verteilt mit Energie und allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Das heisst, man muss regelmässig und vollwertig essen, um ein Leistungstief zu verhindern. So ist es wichtig morgens zu frühstücken. Wer gar nichts herunter bekommt, sollte wenigstens einen Schluck Saft trinken. Dagegen ist Kaffee auf nüchternen Magen eher schädlich. Während den ersten Vorlesungen/Seminare am Vormittag solltest du dann etwas Obst oder Joghurt essen, denn diese Lebensmittel versorgen den Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiss. Am Mittag in der Mensa solltest du dir eine leichte und bekömmliche Mahlzeit zusammenstellen und nicht zu fettig und zu süss essen. Denn voller Bauch studiert nicht gern; der Körper ist anschliessend ausschliesslich mit der Verdauung beschäftigt, und hat keine Energie mehr übrig - man wird müde. Süssigkeiten sollte man als Genussmittel betrachten, sie ersetzen keine Mahlzeit. Nach einer halben Tafel Schokolade steigt der Blutzuckerspiegel stark an, fällt danach aber rapide ab. Die Folge: der Heisshunger ist wieder da. Stattdessen sollten Studenten Obst, Vollkorn-Kekse oder ein Vollkorn-Brot essen, um ein Leistungstief zu überbrücken.
Weiter ist es wichtig, genug Flüssigkeit im Körper zu haben. Schon ein geringer Verlust wirkt sich auf die Konzentration aus. Schon bei einem Flüssigkeitsdefizit von zwei Prozent lässt die Lernfähigkeit nach und der Student kämpft mit Leistungseinbussen. Deshalb sollten über den Tag verteilt mindestens 1,5 Liter Wasser getrunken werden. Wasser hat im menschlichen Organismus viele Funktionen, es transportiert Nährstoffe - dient aber auch der Ausscheidung von Giftstoffen. Viele Studierende klagen nach Vorlesungen oder Prüfungen über Kopfschmerzen - das liegt aber oft nicht am vielen lernen, sondern am Flüssigkeitsmangel.
Im Hinblick auf eine Prüfung sollte man auf jeden Fall etwas essen! Sonst lenkt einen das starke Hungergefühl vom Denken ab und ausserdem kann der Körper keine Energie mobilisieren. Auch hier ist regelmässiges Trinken wichtig. Erlaubt ist eine Tasse Kaffee vor der Klausur: das wirkt stimmungsaufhellend und macht leistungsfähig.
 
4. Lernen und Sport
Sport steigert die allgemeine Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit und somit deutlich die Lernfähigkeit. Das körperliche Training hat einen Einfluss auf die Gehirnfunktion. Die körperliche Aktivität verbessert die Plastizität des Gehirns. Schon regelmäßige Spaziergänge in etwas schnellerem Tempo oder häufiges Treppensteigen steigern die Hirndurchblutung um rund 20 Prozent. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung des Gehirns deutlich verbessert und die Gehirnzellen können mehr leisten. So haben körperlich fitte Menschen deutlich kürzere Reaktionszeiten, sie können sich besser konzentrieren und machen weniger Fehler. Kurz: Joggen trainiert auch das Gehirn.
Doch man sollte es mit dem Sport nicht übertreiben. Im Gegensatz zu gut dosiertem körperlichen Training führen Überbelastungen von längerer Dauer zur Rückbildung von Dendriten. Dendriten sind Fortsätze von Nervenzellen und leiten die Nachrichten von einer Zelle an die andere weiter.



Ziele (Karriereplannung)
 
1. Dr. ausl. Int.
Mobilität wird von Vielen als ein notwendiges Übel angesehen, das man nur unter dem Zwang der Verhältnisse aufbringt. Tatsächlich bietet Mobilität die Chance, sehr viel Neues zu erleben und Kontakte zu knüpfen - kurzum: Mobilität liefert Anreize für die fachliche und persönliche Entwicklung. Dies gilt ganz besonders für die internationale Mobilität. Du solltest dich deshalb möglichst schon während des Studiums in Mobilität üben. Der Personalverantwortliche, der deinen Lebenslauf studiert, wird dieses Detail mit Sicherheit positiv registrieren. Wer im Ausland studiert, hat daher später bessere Berufschancen.
Die effizienteste Möglichkeit, ein oder zwei Semester an einer europäischen Uni zu verbringen, bietet Erasmus. Bei diesem grössten und erfolgreichsten EU-Austauschprogramm hält sich der Papierkrieg in Grenzen: Man bleibt an der eigenen Uni eingeschrieben und muss am Gastort keine speziellen Studiengebühren zahlen. Voraussetzung ist, dass die eigene Uni in den betreffenden Fächern einen Vertrag mit der Gast-Uni abgeschlossen hat.
Ob ein Auslandsaufenthalt gelingt, hängt auch stark von der persönlichen Initiative ab. Offen sein und die gebotenen Chancen packen, auch ausserhalb der Uni, empfehlen alle, die den Sprung ins Ausland gewagt haben.
 
http://www.mobilitaet.ethz.ch/outgoings/index
http://www.int.uzh.ch/in/programme.html
 
2. Praktikum
Praktika sind heute ein wichtiger Baustein des Bildungsweges von Hochschulabsolventen. Ob Nebenjobs oder Praktika - Berufserfahrung während des Studiums wird von Arbeitgebern geschätzt. Doch nicht alle Tätigkeiten vereinfachen nach Studienabschluss die Stellensuche.
In einem Archiv Akten sortieren, in einem Lebensmittelgeschäft an der Kasse arbeiten oder Regale einräumen oder in einem Café servieren - das sind typische Nebenjobs, mit denen sich viele Studenten etwas dazuverdienen oder gar ihr Studium finanzieren. Zwar wird auf diese Weise Berufserfahrung gesammelt, nur leider nicht von der Art, wie sie sich beim späteren Berufseinstieg im Lebenslauf gut macht. Generell ist Berufserfahrung mit Bezug zum zukünftigen Arbeitsbereich von Vorteil. Denn dies zeigt, dass die Bewerberin sich dafür interessiert und dass ihr diese Arbeit gefällt. Daraus kann das Unternehmen wiederum ableiten, dass sie wahrscheinlich nicht nach kurzer Zeit wieder künden wird. Nicht zuletzt hat die Bewerberin dadurch auch gelernt, sich in einen Betrieb sowie in ein Team einzufügen. Durch ein Praktikum oder eine Teilzeitstelle können zudem wertvolle Kontakte geknüpft werden, die einem bei der Bewerbung eindeutig einen Vorteil verschaffen. Während eines Praktikums hat man Chancen, sich zu profilieren und dadurch später eine Festanstellung zu erhalten.
Aus einer persönlichen Perspektive ist es ebenfalls sinnvoll, sich bereits während des Studiums mittels Teilzeit- oder Temporärstellen sowie Praktika mit dem Berufseinstieg zu beschäftigen. So findet man eher heraus, was und wo man nach dem Studienabschluss einmal arbeiten will, und sieht, was im späteren Tätigkeitsfeld auf einen zukommt.
Die Praktikas können vor, während oder nach dem Studium absolviert werden. Je nachdem wann ein Praktikum absolviert wird, kann und sollte es unterschiedliche Funktionen erfüllen. Diese reichen von genereller Orientierung im Hinblick auf das Berufsleben über das Sammeln von fachspezifischen Erfahrungen bis hin zum Kennenlernen der Unternehmenspraxis in einem konkreten Unternehmen. Jeder potenzielle Praktikant, jede potenzielle Praktikantin muss sich deshalb überlegen, welche Praktika am sinnvollsten sind und wann diese im Verlauf ihres Studiums absolviert werden sollen.
Generell sollte man auch keine Praktika während der Vorlesungszeit, sondern lediglich in den Semesterferien planen, da sonst die aus zeitlichen Überschneidungen resultierenden Probleme für die Studierenden zu einer grossen Belastung und damit wieder zu einer Gefahr für einen guten Studienabschluss werden können. Studierende sollten sich also bewusst sein, dass sie im Hauptamt Studierende sind und dass «Praktikant sein» allenfalls ein Nebenamt sein darf.
 
http://www.siropglobal.org/students_benefits.php?PHPSESSID=7183cb93dc1f6653b0857bf0ac851127